St. Anna Apotheke

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Nierenbeschwerden und Blasenprobleme

 

Bei manchen Erkrankungen kann eine Steigerung der Harnmenge den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Bei Neigung zu Nieren- oder Blasensteinen, bei Nierengrieß oder bei immer wiederkehrenden entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege haben sich pflanzliche Arzneimittel sehr bewährt. Während chemisch-synthetische Diuretika stark in den Ionen-Haushalt des Organismus eingreifen, soll mit pflanzlichen Mitteln in erster Linie die Wasserausscheidung erhöht werden.
Für einen Erfolg der Behandlung ist es wichtig, auch dem Körper die nötige Menge an Flüssigkeit zuzuführen. Deshalb sind in diesen Anwendungsgebieten Arzneitees, die so genannten Blasentees, eine optimale Darreichungsform. Für viele der in den Tees anzutreffenden Arzneipflanzen wie Birkenblätter, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter oder Wacholder»beeren« konnte in pharmakologischen Versuchen eine Erhöhung der Harnmenge festgestellt werden.

Der gesteigerte Harnfluss bewirkt ein Ausschwemmen von Kristallisationskeimen von Blasen- und Nierensteinen. Bakterien können nur dann ihre schädlichen Effekte in vollem Umfang ausüben, wenn sie sich fest an der Innenwand der ableitenden Harnwege festsetzen können. Erhöhter Harnfluss schwemmt Keime aus und verdünnt die Konzentration. Der menschliche Körper kann der geringeren Keimzahl leichter Herr werden.
Während früher Bärentraubenblätter die Standardarzneidroge zur unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfekten waren, wird momentan die Preiselbeere in den Vordergrund gestellt. Ihre Proanthocyane verhindern auch das Andocken der Bakterien an der Innenseite der ableitenden Harnwege. Mit einer begleitenden Durchspülungstherapie können die Keime besser ausgeschwemmt werden. Untersuchungen liegen für manche Nahrungsergänzungsmittel vor, Arzneimittel gibt es derzeit noch keine. Im Rahmen anderer therapeutischer Maßnahmen haben sich Zubereitungen aus Preiselbeeren besonders bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten gut bewährt.

Vorsicht: Harnwegsinfekte müssen vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden.
Für die Behandlung der Reizblase können Kürbiskerne geknabbert werden, als durchschnittliche Tagesdosis werden 15 g – verteilt auf 2 bis 3 Portionen – empfohlen.

Autorin: Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner

 

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