St. Anna Apotheke

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Echinacea, Pelargonium & Co.

Erkältungen und Atemwegsinfekte gelten oft als Bagatellerkrankungen. Angesichts ihrer Häufigkeit sollte ihnen jedoch deutlich mehr Beachtung geschenkt werden. Seit jeher kommt in dieser Indikation der Selbstmedikation mit pflanzlichen Arzneimitteln, so genannten Phytopharmaka, die das Immunsystem unspezifisch stimulieren, eine große Bedeutung zu. Zahlreiche klinische Studien mit pflanzlichen Immunstimulanzien wurden dazu durchgeführt.

 

Eine Reduktion der Krankheitsdauer bei akuten Infekten der oberen Atemwege ist sehr wünschenswert, denn diese Infekte sind zum einen sehr weit verbreitet und zum anderen eine der häufigsten Ursachen für krankheitsbedingten Arbeitsausfall und den falschen Einsatz von Antibiotika. Selbstverständlich kommt Arzneipflanzen gerade im Anwendungsbereich Husten, Schnupfen, grippale Infekte eine große Rolle in der Bekämpfung der Symptome zu. Aber auch vorbeugend kann mit Heilpflanzen neben Vitaminen und Spurenelementen als Immunstimulanzien – unspezifisch, also auf das gesamte Immunsystem wirkend – Einiges zu dessen Stärkung getan werden. Hat es Sie bereits »erwischt«, so können damit Krankheitsdauer und -intensität vermindert werden. Zu diesen Arzneipflanzenpräparaten zählen vor allem Echinacea- und Pelargonium-Zubereitungen.

Echinacea stärkt das Immunsystem
Obwohl echinaceahältige Arzneimittel ursprünglich aus Nordamerika kommen, können sie auch hierzulande bereits auf eine lange Tradition zurückblicken und gehören zu den am häufigsten eingesetzten Immunstimulanzien überhaupt.
Die verwendeten Drogen (keine Angst: »Drogen« nennt man in der Fachsprache wirkstoffhältige Teile von Arzneipflanzen) stammen von den Arten Echinacea purpurea (Kraut), Echinacea angustifolia (Wurzel und Kraut) und Echinacea pallida (Wurzel).
Als pharmazeutische Zubereitungen sind neben wässrig-alkoholischen Extrakten auch Tees und Frischpflanzenpresssäfte gebräuchlich. Eine große Analyse von 16 klinischen Studien, die teils die Verhinderung einer Erkältung, teils die Behandlung von Infekten der oberen Atemwege zum Gegenstand hatten, kam zu dem Schluss, dass Echinacea-Zubereitungen aus oberirdischen Pflanzenteilen in der Behandlung von Erkältungserkrankungen hilfreich sind. Wichtig bei der Auswahl des Produktes sind Ausgangspflanzen ohne Verunreinigungen oder gar Verfälschungen, die optimale, rückverfolgbare Herstellung sowie eine ausreichende, gleichbleibende (standardisierte) Dosierung der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Dass dies alles stimmt und Sie ein sehr gutes Produkt in bester Qualität in Händen halten, das Sie unbedenklich einnehmen können, garantiert Ihnen nur Ihr Apotheker. Darüber hinaus steht er für Fragen dazu jederzeit zur Verfügung.
Wie alle Immunstimulanzien sollten Echinacea-Zubereitungen aufgrund grundsätzlicher Überlegungen nicht bei Multipler Sklerose oder AIDS angewendet werden. Wenngleich das allergologische Risiko insgesamt als gering einzuschätzen ist, wird Patienten mit Korbblütler-Allergie die Einnahme von Echinacea-Präparaten nicht empfohlen.

Pelargonium reduziert Schleimproduktion und Hustenreiz
Ein in den vergangenen Jahren erfolgreiches pflanzliches Immunstimulanz, das bereits mit respektablen klinischen Studien aufwarten kann, ist der Extrakt der Wurzeldroge der in Südafrika heimischen Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides). Eine große Analyse zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von standardisiertem Pelargonienwurzel-Extrakt bei akuter Bronchitis, akuter Sinusitis und Erkältung beleuchtet die Daten von 8 Studien an mehr als 1.750 Patienten. Annähernd die Hälfte (46%) der Studienteilnehmer waren Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Der Analyse zufolge bewirken a. Lösungen von Pelargonium sidoides sowohl bei ­Erwachsenen als auch bei Kindern eine Reduktion der Schleimproduktion und eine Verbesserung des Hustens bei akuter Bronchitis.

Neben der Wirksamkeit bei akuten Bronchitiden zeigte die Anwendung von Pelargonium-Zubereitungen in einer Studie auch positive Effekte bei Rhinosinusitis.
Neben der Wirksamkeit wurde auch eine signifikante Reduktion des krankheits­bedingten Arbeitsausfalls konstatiert. Demgegenüber liegen Erkenntnisse zur antibiotischen Behandlung der akuten Bronchitis vor, die zeigen, dass die Antibiotika-Gabe die Zahl der Krankheitstage deutlich weniger reduziert, was nicht verwundert, da ­eine akute Bronchitis vorwiegend von Viren verursacht wird, gegen die Antibiotika im Gegensatz zu Bakterien nicht wirksam sind. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Gastro­intestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen sowie allergische Hautreaktionen mit Pruritus und ­Urtikaria kamen sehr selten vor.

In Österreich ist ein standardisierter Pelargonium-Extrakt in Form von Tropfen oder Filmtabletten erhältlich mit dem Namen Kaloba erhältlich. Für mehr Infos...



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