St. Anna Apotheke

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MMag. Doris Koller KG
Maria-Theresien-Str. 4
A-6020 Innsbruck
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Insektenschutz aus Ihrer Apotheke

Mit steigenden Temperaturen rückt auch ihre Saison ­wieder näher: die surrenden Quälgeister, die uns die ­länger werdenden Tage, vor allem aber die Abende und Nächte oftmals vermiesen. Aber auch die Reiselust der Apothekenkunden – speziell in Tropengebiete – nimmt zu und so ist die Apotheke ­erste Anlaufstelle für eine umfangreiche Beratung über Schutzmöglichkeiten vor Insektenstichen.

 

Während der Stich heimischer Insekten in der Regel nur allergische Reaktionen wie Juckreiz, Schwellung und Hautrötung verursacht, sind tropische Stechmücken und Fliegen oft Krankheitsüberträger.
Zu den heimischen Quälgeistern zählen:
 Die gemeine Stechmücke: Sie ist schwarz und hat breite Flügel, die deutliche Adern zeigen. Ihr Stich ist schmerzhaft und verursacht Juckreiz und Hautrötung bis zur Quaddel.
 Die gemeine Rinderbremse: Sie hat einen großen Kopf mit bunt schimmernden Augen. Ihr Biss ist durch große Mundwerkzeuge schmerzhaft und führt zur Quaddel.
 Die Gnitze: Sie hat einen stark hochgewölbten Rücken, auf dem die Flügel in Ruhe übereinanderliegen. Ihr Stich ist schmerzhaft und verursacht ein Brennen.

Zu den gefährlichsten tropischen Arten gehören:
 Die Anopheles oder Malariamücke: Ihr Stich ist meist nicht schmerzhaft, später zeigt sich oft Juckreiz. Sie überträgt die meist chronische Malaria-Erkrankung.
 Die Tse Tse Fliege: überträgt die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit).
 Die Aedes Mücke: Sie kann Dengue, Gelbfieber, Filariosen und Chikungunya übertragen. Auch hier ist der Stich in der Regel nicht schmerzhaft.

Während der Insektenstich hierzulande äußerst unangenehm – bei Vorliegen einer Allergie kann es zu anaphylaktischen Reaktionen von leichten Hautreaktionen, bis zu Störungen von Organfunktionen führen – ist, kann er in südlichen Gefilden lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wohl oberstes Ziel des Insektenschutzes, bereits den Anflug mit Hilfe von Repellents zu verhindern.

Tipps von Ihrem Apotheker
- Zubereitungen gleichmäßig und lückenlos auf die unbedeckte Haut auftragen.
- Hautpartien in der Nähe der Augen, Lippen und Nasenöffnungen aussparen und nicht auf Schleimhäute und kleine Wunden auftragen.
- Bei Augen- und Schleimhautkontakt gründlich mit Wasser spülen.
- Die Wirkdauer der Repellents beträgt zwischen zwei und acht Stunden, was nur eine Richtgröße darstellt. Nach Wasserkontakt sollte es neu aufgetragen werden.
- Repellents erst 15 bis 30 Minuten nach dem Auftragen von Sonnencreme anwenden, da sonst die Wirksamkeit des Sonnenschutzmittels um bis zu 30% herabgesetzt werden kann. Eine fixe Kombination von Sonnen- und Insektenschutzmitteln ist daher nicht empfehlenswert.
- Wenn der Schutz durch die Repellents nicht mehr gebraucht wird, sollten die entsprechenden Hautstellen mit Seife und Wasser abgewaschen werden.
- Bei Kindern nicht auf die Hände auftragen, da sie diese oft in den Mund stecken.
- DEET greift Kunststoffe an, z.B. Kleidung und Uhren.
- Repellents bieten keinen 100%igen Schutz: auf weitere präventive Maßnahmen wie die FSME-Impfung aber auch deckende Kleidung und Moskitonetze sowie Chemoprophylaxe gegen Malaria sollte nicht verzichtet werden.
- Kinder unter 12 Monate sollten ausschließlich durch mechanische Maßnahmen geschützt werden, da die Gefahr von ZNS-Reaktionen und Krämpfen besteht.
- Bei Kleinkindern ab einem Jahr kann EBAAP sparsam, ab dem dritten Lebensjahr können auch DEET- und DMP-hältige Mittel angewendet werden.
- Für tropische Gebiete sind stärker wirksame ­Substanzen wie DEET oder Icaridin ab 20%iger Konzentration zu empfehlen, während in unseren Breitengraden EBAAP oder pflanzliche Mittel mit ätherischen Ölen ausreichen.

Repellents
Repellents sind Substanzen, die Bremsen, Fliegen, Stechmücken aber auch Zecken durch Störung des Riech-Systems fernhalten, aber nicht abtöten wie Insektizide. Durch Verdunstung entsteht auf der Haut oder den Kleidern ein dünner Duftmantel, der die ­Insekten abstößt oder verhindert, dass diese den Geruch des Wirtes wahrnehmen.
Sie sind in Form von Cremes, Lotionen und Sprays in 15- bis 30%iger Konzentration erhältlich. Man unterscheidet pflanzliche und synthetische Repellentien:

Pflanzliche Repellents sind vor allem ätherische Öle wie Eukalyptus-, Lavendel-, Nelken-, Teebaum-, Bergamott-, Zedern- und Zitronell­öl.
Besonders wirksam sind Mischungen aus Eukalyptus- und Zitronell­öl mit dem Wirkstoff Citriodiol.
Allgemein zeigen die ätherischen Öle eine deutlich geringere und kürzere Wirksamkeit als synthetische Repellents, weshalb sie für Tropenreisende keinen zuverlässigen Schutz bieten. Weitere Nachteile sind Hautreizungen bis hin zu allergischen Reaktionen, die durch Sonnenexposition noch verstärkt werden können.
Vorteile sind wiederum die unbedenkliche Anwendung in Schwanger­schaft und Stillzeit sowie bei Kindern, wobei bei Babys bis 12 Monate der Schutz ausschließlich mit Textilien erfolgen darf.
Zur innerlichen Anwendung wurden früher Vitamin B1-Kapseln in Dosierungen von 75 bis 300mg/Tag verabreicht, die – über die Schweißdrüsen abgegeben – insektenabwehrend wirken sollten, wie auch Knoblauch- und Petersilienölkapseln.

Zu den synthetischen Repellents zählen:
 Icardin (z.B.: Bayrepel®, Autan®)
 DEET (z.B.: ExoPic® forte, Anti Brumm®, Amazonas Gelsenspray®, Nobite Haut®)
 EBAAP (z.B.: ExoPic® Kids, Anti Brumm® Sensitive)
 DMP oft in Kombination mit DEET.

DEET
DEET wirkt gut abweisend auf Stechmücken, Bremsen, Fliegen, Milben und Zecken. Eine Schutzwirkung vor Bienen, Hummeln und Wespen ist nicht gegeben. Es blockiert einen bestimmten Duft­rezeptor, wodurch die Insekten Düfte wie Schweiß und Blut schlechter wahrnehmen können. Es wird bei Erwachsenen in Konzentrationen von 10 bis 30% angewendet. Bei Kindern wird eine Maximalkonzentration von 10% empfohlen, während es bei Kleinkindern nicht verwendet werden soll.
DEET kann Hautreizungen und selten epileptische Anfälle auslösen (1 Fall pro 100 Millionen DEET-Benutzer), kann die Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen und Gemütsschwankungen erhöhen. Da es jedoch gut vor Malaria schützt, hat der Schutz in gefährdeten Gebieten auch bei Kindern Vorrang. DEET ist plazenta­gängig und wird in die Muttermilch ausgeschieden, weshalb eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht zu empfehlen ist.

Icaridin
Icaridin ist ein Wirkstoff-Gemisch mit breitem Wirkungsspektrum gegen Insekten. Der Schutz vor Malaria ist gut. Nachteile sind allergische Hautreaktionen, Urticaria (Nesselausschlag) und Nasenbluten.

EBAAP
EBAAP ist viel weniger und kürzer wirksam als z.B. DEET, ist jedoch besser verträglich und kann bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden.

DMP
DMP wird in Kombination mit DEET eingesetzt. Alleine ist es zu wenig wirksam.



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