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Schon in den 1920er Jahren wurde in der Wirtschaftskrise der so genannte »LipstickEffekt« verzeichnet – Lippenstift fand reißenden Absatz. Spannende Neuigkeiten bieten auch die Kosmetik-Marktzahlen. Frau und Herr Österreicher legen trotz Krise vermehrt Wert auf ein gepflegtes Äußeres.

Die wirtschaftliche Krisenstimmung schlägt sich kaum im Konsumverhalten nieder; es wird zwar die allgemeine Situation als kritisch betrachtet, nicht jedoch die persönliche. Viele Österreicher verschieben höchstens den Kauf von längerfristigen Gebrauchsartikeln oder greifen zu günstigeren Produkten; in die Wohlfühl-Faktoren »Pflege und Schönheit« wird weiterhin gerne investiert. Trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise ist der Kosmetikmarkt im Vorjahr um 4% gewchsen; die Ausgaben für Kosmetikprodukte beliefen sich im Vorjahr auf 1,4 Milliarden Euro. Wenn es ums Sparen geht, denken die Österreicher am öftesten an Kürzungen bei Lebensmitteln (70%), Take-away-Mahlzeiten (54%) und beim Kleiderkauf (53%). 44% möchten bei Energiekosten sparen, 43% weniger reisen, 42% möchten das Auto öfter stehen lassen und 41% verschieben Ersatzinvestitionen im Haushalt. Betrachtet man die Umsatzzahlen, stehen Kosmetikprodukte jedoch nicht auf der Liste der Einsparungen, sondern die Konsumenten geben sogar mehr Geld dafür aus. Ob dieser Trend im laufenden Jahr gebrochen wird, gilt es nun, die wirtschaftliche Entwicklung und das Verhalten der Bevölkerung abzuwarten. Gehofft wird allemal, dass sich die unverändert stabile Nachfrage der ersten Hälfte 2009 auch im restlichen Jahr hält. Prognosen für 2009 sind eher verhalten.
Der kleine Luxus im Alltag
In harten Zeiten verschiebt man zwar größere Anschaffungen, gönnt sich aber weiterhin den kleinen Luxus im Alltag. So beobachten Marktexperten, dass speziell Lippenstifte, Make-up und Düfte boomen. Die Trends im Konsumverhalten wie jener des gepflegten Mannes – als »David Beckham-Effekt« bezeichnet – und der Trend zu praktischen Convenience-Produkten halten ebenso weiter an. Die Industrie brachte dazu viele Innovationen auf den Markt, die vom Konsumenten sehr positiv angenommen wurden. Schon in den 1920ern konnte der so genannte »Lipstick-Effekt« beobachtet werden. Trotz Wirtschaftskrise wurden verstärkt Lippenstifte verkauft. Ein solch paradoxer Effekt ist gegenwärtig ebenfalls zu beobachten. Experten sind sogar der Meinung, dass der verstärkte Rückzug der Österreicher in die eigenen vier Wände dem Kosmetikmarkt neue Impulse verleihen könnte. Nach dem Motto »Die Wellness-Oase« zu Hause.
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