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Eine Infektion mit bestimmten Pneumokokken kann zu gefährlicher Blutvergiftung, Gehirnhautentzündung, Lungenentzündung und Mittelohrentzündung führen.

Für die Häufigkeit des Vorkommens spricht, dass rund 60% der Einjährigen schon mindestens eine akute Mittelohrentzündung hinter sich gebracht haben. Zur Verhütung einer Pneumokokken-Gehirnhautentzündung als bedrohlichste Verlaufsform ist ein möglichst früher Impfbeginn ratsam, denn der Altersgipfel für derartige Infektionen liegt schon im 2. Lebenshalbjahr!
Trotz der Existenz von 91 Pneumokokkenstämmen werden uns nur 10 bis 15 Typen gefährlich. Der amerikanische Hersteller des bisherigen Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoffes nahm bei der damaligen Entwicklung seines 7fach-Impfstoffes hauptsächlich auf die Serotypenverteilung in den USA Rücksicht und erzielt dort eine Abdeckung von knapp 90%, in Europa hingegen waren es nur 60%. Die europäische Firma Merieux produziert zwar seit 1977 einen 23-valenten Pneumokokken-Impfstoff, der 90% aller zirkulierenden Serotypen abdeckt. Allerdings wirkt er herstellbedingt bei Kindern unter 2 Jahren zu wenig immunstimulierend.
Seit dem Herbst 2009 gibt es nun einen neuen Impfstoff. Er enthält 13 Serotypen und ist für Säuglinge ab der 6. Lebenswoche und für Kleinkinder bis zum 5. Lebensjahr zur Vorbeugung invasiver Pneumokokkeninfekte, Lungenentzündung und akuter Mittelohrentzündung zugelassen. Er deckt als einziger Kinderimpfstoff jene Serotypen ab, die epidemiologisch in Europa an Bedeutung gewonnen haben. Der Abdeckungsgrad gegen die in Europa zirkulierenden invasiven Pneumokokken stieg von 60 auf 73 bis 100% an. Die Umstellung vom alten Impfstoff auf den neuen kann zu jedem Zeitpunkt des Impfschemas erfolgen; hinsichtlich der Verträglichkeit sind beide Impfstoffe vergleichbar.
© Sebastian Kaulitzki
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