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Langzeitergebnisse einer klinischen Studie mit Granatapfelsaft, die auf der Jahrestagung der American Urological Association (AUA) vorgestellt wurden, wiesen erneut darauf hin, dass dessen Inhaltsstoffe den Anstieg des PSA-Wertes und damit das Fortschreiten von Prostatakrebs – es handelte sich dabei um erfolglos therapierte Prostatakarzinome – signifikant hinauszögern können.

Prostatakrebs-Patienten können offenbar ihren PSA-Wert wesentlich länger stabil halten, wenn sie täglich ein Glas Granatapfelsaft trinken. In einer US-Studie verlängerte das Getränk den Zeitraum, in dem sich der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) verdoppelte, um 39 Monate auf die vierfache Zeit.
In die Studie waren 48 Männer eingeschlossen, die nach Therapie eines Prostatakrebses, Operation oder Bestrahlung, erneut steigende PSA-Werte aufwiesen, was ein Fortschreiten der Krankheit bedeutet. Neben der konventionellen Weiterbehandlung erhielten sie täglich etwa 240 ml Granatapfelsaft.
PSA-Anstieg um 60% gesenkt
Bei den Patienten, die konsequent mitmachten, verlängerte sich in der sechsjährigen Nachbeobachtungsphase die PSA-Verdopplungszeit von durchschnittlich 15,4 Monaten auf 60 Monate. Der PSA-Wert gilt als der wichtigste Verlaufsindikator bei Prostatakrebs. Je langsamer der PSA-Wert steigt, desto besser die Prognose und Lebenserwartung. Der mittlere PSA-Anstieg sank um 60%. Damit lagen die Werte deutlich günstiger als bei Männern, die zwischenzeitlich aus der Studie ausgeschieden waren. Das Getränk schlug bei rund 80% der 48 Teilnehmer an. Die Ergebnisse legen nahe, dass Granatapfelsaft das Fortschreiten eines erfolglos behandelten Prostatakarzinoms effektiv verzögern kann, so das Resümee von Dr. Christopher Amling, Sprecher der American Urological Association (AUA). Er hofft, dass sich zukünftig auch Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung des Saftes finden lassen.
Die Studie wird übrigens zur Zeit in verschiedenen Krebszentren in den USA unter Beteiligung des National Cancer Instituts als Phase-3-Studie fortgeführt.
Zusammenspiel der Inhaltsstoffe
Als erster erkannte der israelische Arzt und Wissenschaftler Dr. Ephraim Lansky die Wirkung des Granatapfels bei Prostatakrebs. In zahlreichen Forschungsarbeiten hat er die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf dieses Thema gelenkt. Lansky konnte auch nachweisen, dass es nicht um einzelne chemische Verbindungen im Granatapfel geht, sondern vielmehr um das Zusammenspiel und die Synergie der Gesamtheit der Inhaltsstoffe mit antioxidativer, entzündungshemmender und antiöstrogener Wirkung.
Zellschutz
In den letzten Jahren wurden in über 250 wissenschaftlichen Studien deutliche Hinweise darauf gefunden, dass Granatapfel-Inhaltsstoffe bei oxidativem Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, chronische Entzündungen wie z.B. Arthritis und bei verschiedenen Krebsarten – erste positive Ergebnisse bei Brust-, Lungen-, Haut- und Darmkrebs – wirksam sind. Wesentliche Gründe für die Wirksamkeit sind die enthaltenen zellschützenden Inhaltsstoffe, vor allem die großen Mengen so genannter Polyphenole (Tannine, Flavonoide), die als Zellregulatoren und Antioxidantien wirken. In einer aktuellen Studie wurde nach sieben verschiedenen Testverfahren festgestellt, dass sich Granatapfelsaft in der antioxidativen Wirkung Rotwein, Blaubeersaft, Acaisaft oder Cranberrysaft überlegen zeigte. Danach beeinflusst Granatapfelsaft auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv und senkt den Blutdruck. In einer kontrollierten Doppel-Blind Studie an 45 Teilnehmern mit Koronarer Herzkrankheit konnte z. B. bereits nach 3 Monaten eine um 17% verbesserte Durchblutung des Herzmuskels festgestellt werden. Die Zahl der Angina-Pectoris-Anfälle halbierte sich.
Im Rahmen eines größeren Forschungsprojekts (Kim, Lansky und Kollegen, 2002) zeigte sich, dass die Polyphenole aus dem Saft auch eine antiöstrogene Wirkung haben. Neben der antioxidativen Wirkung der Polyphenole war es diese antiöstrogene Wirkung, die gegen Brustkrebs zum Tragen kam. Der Granatapfel wirkt sowohl als schwaches pflanzliches Östrogen und lindert dadurch Wechseljahresbeschwerden als auch antiöstrogen und schützt so vor Brustkrebs. Granatapfel-Polyphenole können demnach schulmedizinische Behandlungsverfahren sinnvoll ergänzen.
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