St. Anna Apotheke

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MMag. Doris Koller KG
Maria-Theresien-Str. 4
A-6020 Innsbruck
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Die Reisethrombose

Sie ist das Schreckensgespenst aller ­Fernreisen: eine Thrombose in den Beinen, die durch stundenlanges ruhiges Sitzen im ­Flugzeug, Auto, Autobus oder in der Bahn ­hervorgerufen wird. Mit einfachen Maßnahmen wie ausreichender Bewegung während der ­Reise, reichlicher Flüssigkeitszufuhr, lockerer Kleidung und bequemen Schuhen, sowie – bei vor­belasteten Personen – Stützstrümpfen und dem Spritzen von niedermolekularem Heparin sollte einem entspannenden Urlaub nichts im Wege stehen.

 

Wie entsteht die Reisethrombose?
Eine Reisethrombose ist ein Blutgerinnsel im Venensystem der Beine. Venen sind jene Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut aus den Organen, dem Bindegewebe und den Extremitäten wieder zu Herz und Lunge zurücktransportieren, damit es neuerlich mit Sauerstoff angereichert wird.
In allen Venen gibt es zahlreiche so genannte Venenklappen, die die Strömung des Blutes nur in der gewünschten Richtung innerhalb der Vene zulassen, nämlich in Richtung zum Herzen. Denn sonst würde die Schwerkraft das Blut in die Beine treiben, was nicht erwünscht ist. Die Wadenmuskel-Pumpe hilft das Blut nach oben zum Herzen zu fördern, denn durch die sich zusammenziehenden Muskeln der Beine bei Bewegung werden die Venen zusammengequetscht und das Blut gegen die Schwerkraft nach oben gepumpt. Beim Sitzen oder langen Stehen hat das Blut daher die Tendenz nach unten zu versacken, während bei Bewegung das Blut besser nach oben abtransportiert wird. Daher sind langes Sitzen und Stehen ohne Bewegung von vornherein ungünstig.

Wenn Sie unter Krampfadern leiden, ist die Situation noch heikler. Denn Krampfadern, auch Varizen genannt, sind erweiterte Venen, in denen sich das Blut staut und die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren.
Eine Reisethrombose entsteht also durch langes, bewegungsarmes Sitzen. Die Venen werden dadurch in der Kniekehle und in der Leiste zusammengedrückt, der Rückfluss des Blutes zum Herzen wird behindert. Zusätzlich fehlen die Muskelanspannungen der Waden- und Beinmuskulatur, das Blut in den Venen fließt langsamer und staut sich.
Lange Flugreisen sind besonders gefährlich, denn die extreme Lufttrockenheit in der Kabine (Luftfeuchtigkeit nur 3 bis 10%) bewirkt eine rasche Austrocknung unseres Körpers und damit wird das Blut dickflüssiger. Zusätzlich wirken sich der herabgesetzte Luftdruck im Flugzeug (entspricht dem Luftdruck von ca. 2.400m Seehöhe) und die oft sehr engen Sitzreihen mit wenig Beinfreiheit negativ aus.

Gefährdete Personen
Grundsätzlich kann bei jedem von uns bei einer mehrstündigen Reise in sitzender Position eine Reisethrombose auftreten. Besonders gefährdet sind aber Menschen mit folgenden Risikofaktoren:
 - Alter über 60 Jahre
 - Generelles Trinkdefizit und Flüssigkeitsmangel
 - Krampfadern
 - Herzschwäche mit Wasser in den Beinen
 - Übergewicht
 - Diabetiker
 - Familiäre Thromboseneigung und Blutgerinnungsstörungen
 - Schwangere
 - Einnahme von Verhütungsmitteln (Antibabypille) oder Hormonersatzpräparaten
 - Raucher
 - Ein kurz zurückliegender operativer Eingriff
 - Schlaganfall und Tumorleiden
 - Ruhigstellung eines Beins durch einen Gips
 - Thrombose in der Vergangenheit

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