St. Anna Apotheke

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MMag. Doris Koller KG
Maria-Theresien-Str. 4
A-6020 Innsbruck
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Sonnenschutz – jetzt beginnen!

Hauptgefahr der übermäßigen Sonnenbestrahlung ist der Hautkrebs und vor allem das Melanom. Weltweit nimmt dieser Tumor jährlich um 1,5 bis 2% zu. Hautkrebs entsteht erst spät und wächst langsam. Es gibt einen wissenschaftlich gesicherten Zusammenhang zwischen UV-Bestrahlung der Haut (bes. UVB-Strahlung) und dem Risiko einer Hautkrebserkrankung. Durch jeden Sonnenbrand wird die Haut schwer geschädigt. Ein guter Teil der Hautalterung entsteht durch UVA-Strahlung und wahrscheinlich begünstigt sie auch die Hautkrebsentstehung. Eine zu hohe Strahlendosis schädigt das Erbgut der Hautzelle, die so genannte DNS.

 

Der Eigenschutz reicht nicht aus!
Die menschliche Haut verfügt über wirkungsvolle Mechanismen zum Schutz vor UV-Strahlung. Die Pigmentierung der Haut weist große individuelle, familiäre und ethnische Unterschiede auf. ­Qualitative und quantitative Unterschiede in der Produktion von Melanin führen zu Unterschieden in der Hautfarbe. Melanin wirkt als Radikalfänger photoprotektiv. Melanin-Einlagerungen in der Haut schützen durch Absorption, Reflexion und Streuung vor UV-Strahlung. Die Anhäufung reaktiver Sauerstoffspezies-fangender, fettlöslicher Vitamine führt zur Stabilisierung von Zellmembranen. Bestimmte Enzyme inaktivieren die durch UV-Strahlung entstandenen Reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und schützen die Zellmembran vor freien Radikalen. Zelluläre Reparaturmechanismen können die geschädigte DNA wiederherstellen und so UV-typische Mutationen, die bei mangelhafter Reparatur entstehen, verhindern.
Die hauteigenen Mechanismen reichen allerdings nicht aus, um bei Sonnenexposition genügend vor Schäden zu schützen.

Schützende Textilien
Die Bekleidung einschließlich einer Kopfbedeckung, stellt die einfachste Form des Sonnenschutzes dar. Jedoch schützen dünne Baumwollgewebe die Haut nur bedingt vor Sonneneinstrahlung. Sie haben ungefähr einen Lichtschutzfaktor 10 im UVB-Bereich. Ein nasses T-Shirt aus Baumwolle hat für UV-Strahlen noch eine Durchlässigkeit von 20%, verfügt somit also über einen Sonnenschutzfaktor 5. Hierbei ist zu beachten, dass die durch Textilien erreichbaren Lichtschutzfaktoren in Abhängigkeit von Farbe und Material der Kleidungsstücke eine große Spannbreite aufweisen. Engmaschig gewebte dunkle Kleidungsstücke haben eine bessere Schutzwirkung vor UV-Strahlung als weitmaschig gewebte, helle Textilien. In der Regel gewähren Textilien aus synthetischen Fasern einen besseren Schutz als Textilien aus so genannten Naturmaterialien. Trotz der Kleidung empfiehlt es sich daher, wasserfeste Sonnenschutzpräparate anzuwenden. Wegen dieser beschränkten Schutzwirkung dünner Textilien werden in Ländern mit hoher Lichteinstrahlung wie in Australien inzwischen Berufs- und auch Kinderkleidung mit höheren Lichtschutzfaktoren hergestellt. Auch in Europa werden bereits einige Textilien mit Lichtschutzfaktor für Kinder angeboten.

Passender Sonnenschutz
Wichtig für die Auswahl des passenden Sonnenschutzmittels sind der Pigmentierungstyp der Haut und die Strahlungsintensität, der man sich aussetzen möchte. Die Intensität der Strahlung hängt von geographischer Breite, Jahres-, Tageszeit, Witterung, Strahlenreflexion, z.B. durch Sand, Wasser und Schnee ab.
Die Eigenschutzzeit der Haut wechselt stark mit der geographischen Breite. Im Mittelmeerraum vermindert sich diese Eigenschutzzeit um ungefähr 30%, in tropischen Ländern um 50%. Auch ist die Höhenlage zu berücksichtigen, da besonders die UVB-Strahlung in der Höhe zunimmt. Als Faustregel kann gelten: Je 1.000 Höhen­meter verstärkt sich die UVB-Strahlung um 15%. Zu beachten ist ferner, dass gut die Hälfte der UV-Strahlung in der Zeit zwischen 11 und 14 Uhr abgegeben wird. Während dieser Zeit sollte man die Sonne meiden und sich am besten im Schatten oder – noch besser – in Räumen aufhalten. Bei der Auswahl des geeigneten Lichtschutzfaktors müssen daher alle diese Faktoren berücksichtigt werden. Für den Badeurlaub, beim Sport oder in feucht-heißen Ländern sind unbedingt wasserfeste Sonnenschutzmittel anzuwenden. Wasserfest sind vor allem Liposomenzubereitungen und ­Hydrodispersionsgele, Lipogele, Öle und Wasser-in-Öl-Emulsionen, die Silikonöle enthalten. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Die Qualität eines Lichtschutzmittels wird nicht nur durch den Lichtschutzfaktor (UVB-Schutzfaktor), sondern auch durch den UVA-Schutzfaktor bestimmt.
Beim Lichtschutz sollten die Lippen nicht vergessen werden, da sie sich nicht durch Pigmentierung schützen können. Lippenstifte mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor sollten verwendet werden. Der Lippenschutz stellt auch eine wesentliche Prophylaxe für den Herpes labialis dar, der bei manchen Menschen häufig nach starker Sonnenbestrahlung auftritt.

Richtlinien für die Qualitätssicherung
Vor kurzem traten neue Richtlinien für die Qualitätssicherung von Sonnenschutzprodukten in Kraft. Damit wird der Empfehlung der Europäischen Kommission, die bereits 2006 erfolgte, Rechnung getragen. Die Richtlinien betreffen eine weltweit abgestimmte Vorgangsweise für die Testung und Etikettierung von Sonnenschutzmitteln, die der Kosmetikindustrie die Einhaltung von Produktionsstandards vorgibt, aber vor allem dem Konsumenten bei der Auswahl der Produkte hilft. Das Problem war bisher, dass der Lichtschutzfaktor (LSF) nur den Schutz vor UVB-Strahlen angab, nicht aber klar ersichtlich auch den Schutz vor UVA-Strahlen.
Ein wesentliches Anliegen der EU-Richtlinien ist es daher, das ­System weltweit zu vereinheitlichen und zu verbessern. Die Wirksamkeit der Produkte soll auf dem Etikett statt LSF in Kategorien »leicht« (entspricht einem UVB-LSF 6-10), »mittel« (LSF 15-25), »hoch« (LSF 30-50), und »sehr hoch« (LSF 50+), klar angegeben werden. Jede dieser Kategorien soll in einem standardisierten Ausmaß vor UVB- und UVA-Licht schützen.

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