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„Das Essen war gut, der Strand ein Traum, aber einen solchen Sonnenbrand haben wir uns geholt.“ Urlaubserzählungen enden leider häufig mit diesem Satz. Wir tragen immer wieder, vor allem im Sommer, unsere Haut im wahrsten Sinne des Wortes zu Markte.
Autor: Mag. pharm. Dr. Theodora Steindl-Schönhuber

Unbestritten sind die zahlreichen positiven Effekte von Sonnenlicht auf unseren Körper: von der essenziellen Vitamin D-Produktion, die in der Haut unter Sonneneinwirkung abläuft, über den therapeutischen Einsatz von UV-Licht z.B. bei Psoriasis, Ekzemen, Juckreiz oder Weißfleckenkrankheit, bis hin zur günstigen Beeinflussung der Psyche im Falle eines »Winterblues«.
Unbestritten sind aber auch die Folgen jahrelanger ungeschützter Sonnenexposition – allen voran verschiedene Formen von Hautkrebs sowie Hautalterung. Da sie jedoch, im Gegensatz zu Akutsymptomen wie Sonnenbrand und Überempfindlichkeitsreaktionen, erst nach Jahrzehnten auftreten, werden sie vielfach unterschätzt.
Beim Eincremen beachten
Sonnenschutzprodukte 15 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad großzügig (!) auftragen und zwar vor den üblichen Pflegeprodukten. Nicht vergessen: Nacken, Ohren, Lippen und Fußsohlen.
Das Eincremen mehrmals täglich wiederholen, v.a. nach dem Schwimmen und Duschen und nach sportlicher Aktivität. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht!
Je heller der Hauttyp und je länger und intensiver die Sonneneinstrahlung – reflektierende Flächen, Mittagssonne, Meer, große Höhen etc. berücksichtigen –, desto höher muss der LSF sein.
Andere Schutzmaßnahmen (Kleidung, Sonnenschirm) nicht vernachlässigen.
Das passiert bei Sonneneinstrahlung
Die Zellen der Epidermis werden in deren unterster Schicht, der Basalschicht, gebildet. Hier können UV-bedingte Mutationen viele Jahre später zu Tumoren führen. Als Schutzmechanismus bilden die Melanozyten das Pigment Melanin, das sie an die umliegenden Zellen abgeben und das die empfindlichen Zellteilungsvorgänge vor schädlichem UV-Licht schützt. Verstärkte Bestrahlung beschleunigt die Melaninbildung, die für die Hautbräunung »zuständig« ist. Weitere Eigenschutzmechanismen der Haut sind die Bildung von Lichtschwielen in Form von Epidermisverdickungen sowie DNA-Reparaturmechanismen.
UVA führt zu einer kurzfristigen Bräunung, aber kaum zu Lichtschutz. Durch Kollagenschädigung und Austrocknung ist UVA für Elastizitätsverlust und frühzeitige Hautalterung verantwortlich, daneben auch für Lichtdermatosen und Phototoxizität. UVB bewirkt nach ca. 72 Stunden eine lang anhaltende Bräunung und einen gewissen Sonnenschutz. Durch Schädigung der DNA löst UVB Sonnenbrand und bei häufiger Exposition Hautkrebs aus.
Daneben führt UV-Licht auch zu einer Immunsuppression, also zu einer Schwächung des Immunsystems: Die so genannten Langerhans-Zellen in der Haut, die ersten Vorposten des Immunsystems zur Erreger- und Tumorabwehr, werden geschädigt, was wiederum die Tumorentstehung begünstigt.
Auch durch UV-bedingte Aktivierung von O2 zu reaktiven Sauerstoffspezies entstehen Schäden im Gewebe.
Sonnenschutz
Der UVB-Schutz von Sonnenprodukten wird durch den standardisierten LSF (Lichtschutzfaktor), englisch SPF (sun protection factor) angegeben. Der LSF gibt an, um welchen Faktor die Eigenschutzzeit verlängert wird. Im Bezug auf Angaben zum UVA-Schutz von Produkten brachte die Einführung des UVA-Zeichens eine deutliche Verbesserung. Das Zeichen garantiert, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen LSF beträgt.
Der LSF bezieht sich nur auf Schutz vor Sonnenbrand und nicht auf andere UV-bedingte Schäden!
Das richtige Produkt
Einerseits muss, wie erwähnt, der LSF auf den Hauttyp abgestimmt sein. Zu bevorzugen, gerade für Wassersportaktivitäten, sind wasserfeste Mittel. Zu berücksichtigen ist dabei der Abrieb durch Kleidung und Abtrocknen sowie Verluste durch Schwitzen und langes Baden. Oft bestehen individuelle Vorlieben für Gel, Creme oder Spray, die auch auf den Hauttyp – trocken oder fett – abgestimmt sein sollten. Hochwertige Sonnenschutzmittel liefern zusätzlich hautpflegende, feucht haltende Inhaltsstoffe.
Für besonders empfindliche (Kinder-) Haut eignen sich mineralische Filter (Titanoxid, Zinkoxid), die, im Gegensatz zu den absorbierenden chemischen Filtern, die UV-Strahlung reflektieren. Bei Kindern ist hoher Sonnenschutz ein Muss. Die Eigenschutzzeit beträgt nur fünf bis zehn Minuten und Lichtschäden summieren sich im Laufe des Lebens!
Die viel beklagte »Sonnenallergie« (Mallorca Akne, polymorphe Lichtdermatose) mit juckenden, nässenden Erythemen, Bläschen oder Knötchen v.a. im Halsausschnitt und Schulterbereich tritt meist im Frühjahr nach dem ersten Sonnenkontakt auf. Guter UVA- und UVB-Schutz, langsames Gewöhnen an die Sonne und möglichst einfach zusammengesetzte Produkte – fett- und emulgatorfreie Gels, duftstofffreie Zubereitungen – sind hier empfehlenswert.
Innovativ sind Präparate, die zusätzlich noch DNA-Reparaturenzyme enthalten. Darüber hinaus informiert Sie Ihr Apotheker gerne zum Thema »Sonnenschutz zum Einnehmen«.
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