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Mit den kurzen, trüben Tagen gehen bei vielen Menschen auch Bedrücktheit, gedämpfte Stimmung und Antriebslosigkeit einher. Dieses Phänomen war schon vor mehr als 2.000 Jahren den alten Griechen bekannt.

Bei uns lange Zeit belächelt, wird diese Problematik in den letzten Jahren zunehmend ernster genommen und als so genannte »Saisonal abhängige Depression« (SAD) bezeichnet. Synonyme wie Winterdepression, »Winterblues« oder Lichtmangeldepression sind eingängiger und geben schon erste Hinweise auf die Ursache. Bei der echten Winterdepression treten die Stimmungsschwankungen über mindestens zwei Jahre hintereinander auf und sind jahreszeitlich gebunden.
Zur Verbreitung der Saisonalen Depression: Naturgemäß hat die Winterdepression ihre Heimat in den nördlichen Breitengraden, wo die kalte Jahreszeit besonders dunkel und lang ist. In den nordischen Staaten haben die Behörden das Problem erkannt und unterstützen massiv das Vorgehen gegen die Verstimmungen mittels Licht- und Bewegungstherapie, Medikamenten und sogar Erholungsreisen in den Süden. Dort ist die Zahl der Personen, die an Depressionen jeglicher Art leiden, um eine Vielzahl geringer.
Von der SAD sind 1 bis 2% aller Österreicher betroffen – Frauen häufiger als Männer. Dafür zeigen Männer vermehrt schwerere Symptome. Das typische Alter erstreckt sich um das dritte Lebensjahrzehnt.
Symptome
Überwiegend klagen die Betroffenen über Energielosigkeit, Müdigkeit und Lustlosigkeit. Die Verrichtung von Alltagstätigkeiten ist, wenn überhaupt, nur mit großer Überwindung möglich. In diesem Zustand werden die Schlafphasen immer länger, die Erholung selbst wird jedoch als wenig erquicklich erlebt, wobei sich der Vergleich mit dem Winterschlaf mancher Tierarten aufdrängt. Gleichzeitig kommt es zu Stimmungsschwankungen, die jedoch, anders als bei der Depression oder der depressiven Verstimmung, eher im Hintergrund stehen. Es wird über eine »innere Reizbarkeit« mit einer mürrischen, teils auch ängstlichen, unzufriedenen Grundstimmung berichtet. Zusätzlich kommt es immer wieder zu Heißhunger-Attacken mit besonderem Appetit auf kohlenhydratreiche Lebensmittel wie beispielsweise Süßigkeiten und Nudeln.
Die damit oft verbundene Gewichtszunahme schlägt sich wiederum auf das Selbstbewusstsein. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen kommt es zu einer deutlichen Abnahme bis zum völligen Verlust der Libido. Meistens beginnen die Symptome gleichzeitig mit der nassen, kalten Jahreszeit im November, um im Jänner und Februar ihren Höhepunkt zu erleben. Ab März zeigt sich mit der Rückkehr der langen Tage dann eine deutliche Besserung mit Beschwerdefreiheit in den Sommermonaten.
Ursachen des Winterblues
Heute nehmen wir als Ursache der Winterdepression eine Dysbalance an Neurotransmittern, also Botenstoffen im Gehirn, an – ausgelöst durch einen Mangel an Tageslicht, das an die Netzhaut gelangt. Ein Überschuss an Melatonin, das für die Steuerung des Schlafs mitverantwortlich ist, löst vermutlich die Müdigkeit und Antriebslosigkeit aus. Gleichzeitig kommt es durch einen Mangel des Neurotransmitters Serotonin (auch als Glückshormon bezeichnet) zu depressiven Zuständen und Angst.
Licht und Sport dagegen verstärken die Ausschüttung von Serotonin.
Alle zuvor erwähnten Symptome, besonders Abgeschlagenheit und Müdigkeit, können natürlich auch im Rahmen eines Virusinfekts, eines Hormon- und Vitaminmangels oder einer Stoffwechsel- bzw. Autoimmunkrankheit auftreten. Eine umfassende Abklärung durch Ihren Internisten mit einer Bestimmung der Schilddrüsenwerte, des Blutzuckers, einem kompletten Blutbild mit Vitaminspiegeln und Mineralstoffen ist unbedingt anzuraten. Ein gründlicher Check von Herz, Kreislauf und Lunge mit einem körperlichen Belastungstest schließt andere mögliche Ursachen von Abgeschlagenheit und Erschöpfung aus.
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